Claudia Toedtmann und IMWF checken die PR-Berater

Gepostet von am 21. August 2013 in Unternehmenskommunikation | Keine Kommentare

Claudia Toedtmann und IMWF checken die PR-Berater

In der Serie „Berater Check“ veröffentlichte die Wiwo diese Woche den Artikel „Feuer und Flamme“ von Mittelstandsexpertin Claudia Toedtmann. Der Artikel beschäftigt sich im Kern mit der Frage, was Unternehmen an PR-Agenturen schätzen – oder eben auch nicht. Hintergrund ist eine Umfrage des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung unter 514 großen und mittelständischen Unternehmen zwischen fünf Millionen und einer Milliarde Euro Umsatz über das Verhältnis zu deren Dienstleistern.
Geliebt werden Branchenkompetenz, kompetente Betreuung, nachweisbare Erfahrungen und gute Kontakte zur Presse. Weniger relevant für die Entscheidung hingegen sind in Zeiten des Internets die räumliche Nähe, Referenzen, günstige Preise und erfolgsabhängige Vergütung. Soweit so gut – für manche. Stark bemängelt werden nicht eingelöste Versprechen, fehlendes Kundenverständnis, mangelnde Qualität und oft wechselnde Berater. Und das zeitigt seine Folgen: Mehr oder weniger fast die Hälfte (45 Prozent) wollen nicht wesentlich länger mit ihrer bisherigen Agentur zusammenarbeiten bzw. direkt noch in diesem Jahr einen Boxenstopp vollziehen.
Besonders interessant ist dabei ein Blick auf die Verbesserungspotenziale der Agenturen, die uns wichtige Hinweise für die eigene Arbeit liefern. Auf Platz eins steht die Planbarkeit der Kosten (35%), gefolgt von unternehmerischem Denken (33%) und höher qualifiziertes Personal (33%).
Was lernen wir daraus?
1.    Die Inszenierung der Produkte in Form glaubwürdiger und spannender Geschichten scheint derzeit Vorrang zu haben vor dem großen Kommunikationsstrategischen Entwurf. Dies passt in eine Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspannen sinken und es wichtiger wird, Kraft der eigenen Intuition zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort die richtige Geschichte zu erzählen.
2.    Dies können im heutigen Umfeld nur noch Agenturen mit einer Spezialisierung auf bestimmte Themenfelder, die genau wissen, wen sie in der Presse zu welchem Thema anrufen müssen und was ihn interessiert. Wir schreiben das Jahr 2013 – hier erstaunt mich eher, dass sich immer noch so viele (dann auch noch große Kunden mit großen erfahrenen Teams) „einseifen“ lassen durch falsche Versprechen. Die Agenturen, die in der Studie gut abschneiden, haben in Bezug auf Punkt 1 & 2 offensichtlich das richtig qualifizierte Personal.
3.    Bemerkenswert finde ich auch, dass Referenzen keine so wesentliche Rolle spielen, schließlich hängen sie doch eigentlich sehr eng mit der Branchenkompetenz zusammen – und was würde dies mehr unterstreichen als Referenzen in den jeweiligen Bereichen?
4.    Inhärent erzählt die Geschichte etwas über Struktur, Verbindung zu anderen Menschen und Vertrauen. Denn: Gesucht sind langfristige Verbindungen mit verlässlichen Partnern, in denen die Zusammenarbeit Spaß macht und beide Seiten befruchtet: Der Kunde genießt den externen Blick, die Agentur das Gefühl, mehr Kollege als Auftragnehmer zu sein.
5.    Bemerkenswerterweise wurde die Undurchsichtigkeit der Agenturhonorare kritisiert, zugleich spielen zu hohe Preise angeblich keine Rolle. Die Aussage für mich: Der Kunde sucht weder den billigsten noch den teuersten, sondern den für ihn exakt richtigen Preis. Doch woran bemisst sich dieser? An der Zahl der abgeleisteten Stunden? Der Zahl der eingereichten Ideen und Anstöße für Aktionen? Oder dem Bonuspaket in Sachen Coaching & Caring? Ich werte dies eher als Zeichen, dass der Wert unserer Leistungen generell immer schwer einzuschätzen war und auch noch lange sein wird. Der Hinweis, dass die Planbarkeit von Kosten als größtes Verbesserungspotenzial gesehen wird, scheint mir eher ein Zeichen dafür, dass die Branche selbst an ihrer Abrechnungsmethodik feilen müsste.

Zum Blog von Claudia Toedtmann mit dem kompletten Ranking und der Agenturmeldung, die komplette Studie kann hier erworben werden.

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