Public Relations als Teil demokratischer Entscheidungsfindung

Gepostet von am 17. September 2013 in Public Relations, Unternehmenskommunikation | Keine Kommentare

Public Relations als Teil demokratischer Entscheidungsfindung

Der Begriff Public Relations (PR) ist bei manchen Journalisten negativ behaftet. Verständlicherweise, denn Grund dafür sind u.a. jene Angehörige des Berufsstandes, die regelmäßig Pressemitteilungen ohne direkt erfassbaren inhaltlichen Mehrwert versenden. Im schlimmsten Fall wird nach dem Aussand noch bei den Journalisten angerufen, ohne die zentralen Botschaften auf den Punkt bringen zu können. Eine solche PR-Arbeit ist nicht nur nutzlos, sondern auch kontraproduktiv, denn der negative Eindruck vom PR-Berater färbt auf das repräsentierte Unternehmen ab.

Professionelle PR funktioniert anders. Sie will Journalisten und andere Interessenträger mit echten Inhalten informieren und durch Argumente überzeugen. In erster Linie gilt es, den informationellen Mehrwert in einen angemessenen Rahmen zu stellen und dabei politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen der Organisation einzubinden. Denn nur durch Transparenz und Artikulation der Interessen können diese überhaupt gehört und im nächsten Schritt von Entscheidungsträgern bedacht oder gar berücksichtigt werden. Wer soll zur Einschätzung der Zukunftsfähigkeit einer neuen Technologie sinnvollerweise zu Wort kommen, wenn nicht jemand, der mit der Technologie seit Jahren arbeitet? Wer soll Politiker auf Probleme bei Gesetzen und Richtlinien hinweisen, wenn nicht die Menschen, die täglich versuchen, politische Beschlüsse in die Tat umzusetzen? Werden möglichst viele Inhalte und Interessen artikuliert, wird eine konstruktive Diskussion auf Basis von Argumenten möglich. Blickt man aus dieser Perspektive auf unsere Profession, leistet Public Relations einen Beitrag zur demokratischen Entscheidungsfindung.

Die Bedeutung professioneller externer Kommunikation ist heute in den Chefetagen der meisten Unternehmen angekommen. Vielen Managern ist der Mehrwert bewusst, den die Beteiligung ihres Unternehmens an wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Diskussionen schafft. Ziel sollte dabei sein, mit Fachbeiträgen, Kundenmagazinen, Pressetexten und -gesprächen, persönlichen Auftritten und anderen PR-Instrumenten klar vor Augen zu führen, in welcher Gemengelage bzw. welchem thematischen Umfeld sich die Organisation befindet und welche Herausforderungen sie künftig angehen will bzw. muss. Thematisch kann hier beispielsweise besonders interessant sein, welche Auswirkungen gesellschaftliche Entwicklungen, Trends der Märkte, politische Entscheidungen oder ganz konkret etwa die Energiewende auf die eigene Organisation haben. Wie reagiert die Organisation darauf und was ist das Besondere, das Spannende und das Interessante auf diesem Weg? Welche Konflikte gibt es dabei zu bewältigen? Gab es Wendepunkte in jüngster Vergangenheit oder was steht in Kürze an?

Verbinden Pressesprecher oder Vorstände die Werte ihres Unternehmens mit solchen Inhalten, wird ihre Kommunikation glaubwürdiger und relevanter – nicht nur für Medienvertreter, sondern auch für eine breitere Öffentlichkeit, weil das Unternehmen mit seinen Argumenten in den öffentlichen Diskurs eintritt. Ohne eine inhaltlich überzeugende Demonstration der Expertise und des Wissens der Mitarbeiter bleiben Unternehmensleitlinien, -philosophien und Visionen meist leere Behauptungen, die Zuschauern und Lesern kaum mehr als ein müdes Lächeln abgewinnen.

Gelingt es hingegen, Antworten auf die Fragen unserer Zeit bereitzustellen und dabei die Positionierung der eigenen Organisation zu berücksichtigen, helfen solch mehrwertige Informationen Journalisten bei der ausgewogenen und unparteiischen Berichterstattung. In einer Zeit, in der fast jede Falschinformation über kurz oder lang ans Tageslicht kommt, liegt der Mehrwert dieser Art von Informationen in überzeugenden und nicht geschönten Fakten. Insbesondere in den überregionalen Medien geht es immer auch darum, gegensätzliche Positionen samt den dahinter liegenden Interessen darzustellen, um Lesern oder Zuschauern eine differenzierte Meinungsbildung zu ermöglichen. Gleichzeitig steigt die Effektivität der Unternehmenskommunikation. Professionelle Kommunikatoren schaffen hier also eine Win-Win-Situation und leisten damit einen Beitrag zur Demokratie.

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